14.12.2017 / Feuilleton / Seite 10

Hurrarufe sind zu unterlassen

In Frankfurt am Main ist die Kunstaustellung »Glanz und Elend in der Weimarer Republik« zu sehen

Herbert Bauch

Begibt man sich vom Frankfurter Hauptbahnhof zu Fuß in Richtung Innenstadt wird man mit Szenen konfrontiert, die einem in der Kunsthalle Schirn – wenn auch in anderer Form – wieder begegnen: dem Elend der Ausgegrenzten. Zu sehen in der Ausstellung »Glanz und Elend in der Weimarer Republik«, die knapp 200 Werke von 62 Künstlern umfasst. Allerdings wird das Elend dort kunstgeschichtlich und didaktisch aufbereitet – auf Blickhöhe und nicht am Boden liegend in einem schäbigen Schlafsack. Auf dem Weg zur Schirn am Römer spielt sich auch das grelle Sexbusiness ab, vor den steil in den grauen Dezemberhimmel ragenden Hochhäusern des Finanzkapitals.

Derlei Kontraste prägten schon die damalige Kunst. Die Verwerfungen der Gesellschaft und die Zerstörung der ersten deutschen Demokratie werden mit Pinsel und Stift unbarmherzig seziert. »Weimarer Fasching«, ein Ölgemälde von Horst Naumann, entstanden um 1928/29, macht wie unter einem Brennglas all jene Phänomene sic...

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