12.12.2017 / Thema / Seite 12

Die Aufklärungsvereitlung

In die NSU-Morde waren staatliche Stellen verstrickt. Bundesanwaltschaft und Gerichtssenat erklärten diesen Skandal während des Prozesses in München für irrelevant. Aus dem Schlussvortrag eines Nebenklagevertreters

Alexander Kienzle

Am 6. April 2006 wurde der 21jährige Halit Yozgat im Internetcafé seines Vaters in Kassel erschossen. Die mutmaßlichen Täter waren die NSU-Terroristen Uwe Böhnhardt und Uwe Mundlos. Der Mordfall ist Teil des NSU-Prozesses am Oberlandesgericht München. Am 6. Dezember, dem 395. Verhandlungstag, hielten die Anwälte, die die Familie Yozgat als Nebenkläger vertreten, ihre Schlussvorträge. Wir veröffentlichen an dieser Stelle mit freundlicher Genehmigung das Plädoyer des Rechtsanwalts Alexander Kienzle in einer stark gekürzten Fassung. Auslassungen sind mit eckiger Klammer kenntlich gemacht. (jW)

Hoher Senat, sehr geehrte Damen und Herren der Bundesanwaltschaft, sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen, sehr geehrte Familie Yozgat, sehr geehrte Anwesende!

Als wir 2012 mit der Wahrnehmung der Interessen der Familie Yozgat in dem vorliegenden Strafverfahren beauftragt wurden, war die Hoffnung der Familie, dass in einem rechtsstaatlichen Strafverfahren mit den zugrun...

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