08.12.2017 / Feuilleton / Seite 11

Ganz genau verstehen

Was zwischen Band und Publikum passiert: Porträt der Musikerin Tonia Reeh, die heute in Berlin mit Jazzschlagzeuger Rudi Fischerlehner auftritt

Kristof Schreuf

Der Flügel im Wohnzimmer ist so groß, dass er sich nicht übersehen lässt. Aber die vierjährige Tonia Reeh interessiert sich zunächst mehr für die Laute, die daneben steht, weil die sich auch von einem Kind bewegen lässt. Reeh stellt das Instrument mit dem Korpus auf den Boden. Während sie an den Saiten zupft, erinnert sie sich an die Stammesgesänge der Apachen, die sie in Karl-May-Verfilmungen gesehen hat, und versucht, diese nachzusingen. Sie erfindet eine Phantasiesprache und begleitet sich dazu auf der Laute. So beginnt Tonia Reeh Ende der 70er Jahre, Lieder zu schreiben.

Ihre Eltern, die beide beruflich an der Oper singen, wollen das Interesse ihrer Tochter fördern. Sie schlagen ihr vor, es doch auch mal mit einer Geige zu versuchen, die aber kaum Reehs Enthusiasmus weckt. Mit sechs setzt sie sich doch mal an den Flügel und nimmt seitdem immer wieder an Klavieren Platz.

In ihrem ersten Jahr an der Grundschule, deren Lehrer auf viel Musikunterricht Wer...

Artikel-Länge: 6006 Zeichen

Sie benötigen ein Online-Abo • jetzt bestellen

Bitte einloggen

Abo abschließen

  • Online

    Onlineabo

    24/7: Sofortiger Zugang zu allen Artikeln und Beilagen. Downloads, Mailausgabe, Features, das ganze Archiv.

    18,60 Euro/Monat Soli: 23,60 €, ermäßigt: 11,60 €
  • Gedruckt

    Printabo

    Sechs mal die Woche: Hintergrund und Analysen, Kultur, Wissenschaft und Politik. Und Samstag acht Seiten extra.

    39,60 Euro/Monat Soli: 49,60 €, ermäßigt: 28,60 €
  • Verschenken

    Geschenkabo

    Anderen eine Freude machen: Verschenken Sie jetzt ein Abonnement der Printausgabe.

    39,60 Euro/Monat Soli: 49,60 €, ermäßigt: 28,60 €

Kurzzeitabo abschließen

Zur aktuellen Ausgabe