08.12.2017 / Ausland / Seite 6

Wie Neujahr und Silvester

An der erneuten Kandidatur von Wladimir Putin hat niemand gezweifelt. Deshalb kommentieren viele Medien die Inszenierung

Reinhard Lauterbach

Die Erklärung Wladimir Putins, für eine vierte Amtszeit als russischer Präsident zu kandidieren, hat niemanden im Lande überrascht. Auch die Kommentare russischer Medien beschäftigen sich mehr mit dem Drumherum als mit der Sache selbst. So schreibt der Kommersant, die seriöseste Zeitung des Landes, ironisch vom »maximalen Szenismus«, mit dem das ganze orchestriert gewesen sei, und die klangliche Nähe dieser Neuprägung zu »Zynismus« macht die ganze Pointe aus. Die liberale Nowaja Gaseta weist völlig zu Recht darauf hin, dass die Inszenierung von Putins Auftritt vor Beschäftigten des Nutzfahrzeugherstellers GAZ in Nischni Nowgorod ein Werk in den besten Traditionen der sowjetischen »Stagnationszeit« gewesen sei: Von der ergebenen »Frage« eines Beschäftigten, ob Putin den Werktätigen das Geschenk seiner Kandidatur machen würde, bis zur Parole »GAZ sa Was« (GAZ für Sie) und der gewählten Location – einem sowjetischen Industriegiganten, dem der Übergang in den...

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