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09.10.2002 / Feuilleton / Seite 4 (Beilage)

Der Gott der Geschichte

Jacob Katz über den jüdischen Aufbruch in die Moderne: »Tradition und Krise« ist erstmals auf Deutsch erschienen

Martin Büsser

Jacob Katz gilt neben Gerschom Scholem als einer der bedeutendsten jüdischen Historiker des 20. Jahrhunderts. Er studierte in den Dreißigern bei Karl Mannheim, emigrierte 1936 nach Palästina und arbeitete bis 1974 an der Hebräischen Universität in Jerusalem. »Tradition und Krise«, eines seiner Hauptwerke, erschien 1961 in hebräischer Sprache und liegt nun erstmals auf Deutsch vor. Seine Bedeutung erschließt sich erst, wenn man akzeptiert, daß es sich nicht um ein spektakulär geschriebenes, mit kontroversen Thesen operierendes Buch handelt, sondern um eine nüchterne, historischer Genauigkeit verpflichtete Studie. Katz untersucht darin die Geschichte der Juden zwischen dem 16. und 18. Jahrhundert, was auf den ersten Blick enttäuschend anmuten mag: »Der Weg der jüdischen Gesellschaft in die Moderne«, so der Untertitel, endet bei Katz zu genau dem historischen Moment, an dem der enorme jüdische Beitrag zum Denken der Moderne erst einsetzte – mit Moses Mendel...

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