07.12.2017 / Feuilleton / Seite 11

Erinnerung an den Flaneur

Eine Sammlung von Walter Benjamins Stadt- und Architekturerkundungen

Michael Girke

Die Szene ist zu einer ikonischen Vorstellung von einem Intellektuellen geworden: Walter Benjamin als Exilant in Paris, wie er, trotz quälender Geldsorgen, dazu von Gestapohäschern bedroht, täglich die Nationalbibliothek aufsuchte und unbeirrbar seine Studien weiterverfolgte. Zu Zeiten der Achtundsechziger wurde Benjamin, dessen Werke zu Lebzeiten nur einige wenige kannten, dann zu einem vielgelesenen Autor mit Kultstatus. Das ist lange her. Inzwischen besitzt sein Name zwar immer noch eine gewisse Strahlkraft, dass man aber seine Gedanken kennen und in aktuellen Debatten auf sie zurückkommen würde, lässt sich nicht behaupten.

Da ist es gut, dass nun eine von dem Literaturhistoriker Detlev Schöttker kompilierte Sammlung mit den wichtigsten Stadt- und Architekturbetrachtungen Benjamins zur Auseinandersetzung mit dem Denker einlädt. Darin enthalten ist etwa »Das dämonische Berlin«, ein 1930 entstandener und speziell für Kinder gedachter Rundfunkbeitrag, der...

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