07.12.2017 / Inland / Seite 4

Ministerin erteilte Redeverbot

Mutmaßlicher Mord an Oury Jalloh in im Dessauer Polizeirevier: Nach Einstellung des Verfahrens bestreiten Beteiligte politische Einflussnahme

Susan Bonath

Sachsen-Anhalts Justizministerin Anne-Marie Keding (CDU) gerät im Fall Oury Jalloh weiter unter Druck. Am Dienstag erklärte sie, sie wolle dem Parlament doch Akteneinsicht gewähren. Der Kriminologe Thomas Feltes hatte ihr vergangene Woche im ARD-Magazin »Monitor« mit Blick auf die Einstellung der Ermittlungen durch die Staatsanwaltschaft Halle im Oktober politische Einflussnahme vorgeworfen.

Die Staatsanwaltschaft Dessau hatte zwölf Jahre lang die These vertreten, Jalloh habe sich am 7. Januar 2005 trotz Fesselung an Händen und Füßen im Polizeigewahrsam selbst angezündet. Nach einem Brandversuch im Sommer 2016 revidierte die Behörde Anfang dieses Jahres ihre Einschätzung und erklärte erstmals einen Mordverdacht für begründet. Umgehend entzog Generalstaatsanwalt Jürgen Konrad den bisherigen Ermittlern das Verfahren. Kritiker äußerten daraufhin, die Politik wolle offenbar Polizisten schützen.

Kedings Sprecher Detlef Thiel sagte am Dienstag gegenüber jW...

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