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02.12.2017 / Schwerpunkt / Seite 3

Wohlstand und Ausbeutung

Europäische Union will Einfluss auf afrikanische Länder nicht an China verlieren

Jörg Kronauer

Der Stolz trat Donald Tusk aus allen Poren. »Wie Sie wissen, ist die Europäische Union Afrikas größter Partner und sein engster Nachbar«, tönte der EU-Ratspräsident in seinem Schlusswort zum fünften Gipfeltreffen der EU und der Afrikanischen Union (AU). Die EU sei Afrikas »größter Investor, sein größter Handelspartner«; sie zahle »die meiste Entwicklungs- und humanitäre Hilfe«; sie leiste »den größten Beitrag zu Frieden und Sicherheit«. Und dennoch: Die EU sei, teilte Tusk mit, mit dem Erreichten immer noch nicht zufrieden. Bedeutsam blickte der Ratspräsident in Abidjan in die Runde: »Dieser Gipfel hat unsere Entschlossenheit gezeigt, unsere Partnerschaft sogar noch weiter zu stärken.«

Große Worte werden nicht immer aus einer Position der Stärke geäußert. Nicht selten dienen sie vielmehr dazu, Schwächen zu verdecken. So verhält es sich auch mit den Prahlereien des Herrn Tusk nach dem Gipfeltreffen in Côte d’Ivoire. Denn die EU ist in Afrika in den vergang...

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