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30.11.2017 / Ausland / Seite 6

Kein Frieden für Kolumbien

Das Abkommen zwischen Regierung und FARC hat ein Machtvakuum hinterlassen. Paramilitärs kämpfen um Vorherrschaft

Sophia Boddenberg, Medellín

Über viele Treppen gelangt man hinauf in das Viertel Altos de la Torre in der Comuna 8 in Medellín. Medellín liegt in einem Tal, die Armenviertel befinden sich auf den umliegenden Hügeln. An kaum einem anderen Ort hat man eine so gute Aussicht über die Stadt. Die meisten Häuser bestehen aus ein paar Brettern, Pappe und Wellblech. Fast alle Bewohner leben illegal hier, aber die Regierung duldet sie. Denn sie sind hierhin geflüchtet – vor der Gewalt, vor den Kämpfen zwischen Paramilitärs, dem Staat und der Guerilla. Man nennt sie »Desplazados«, die Vertriebenen.

Das am 30. November 2016 in Kraft getretene Friedensabkommen zwischen der Regierung und den Revolutionären Streitkräften Kolumbiens (FARC) sollte den 50 Jahre andauernden bewaffneten Konflikt in Kolumbien beenden, bei dem mehr als 220.000 Menschen getötet und mehr als sieben Millionen vertrieben worden waren. Aber das Gegenteil ist der Fall: Die Zahl der Binnenvertriebenen ist seitdem angestiegen. K...

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