28.11.2017 / Inland / Seite 2

»Man hat die Datenlage nicht richtig studiert«

Lehrermangel tritt nicht plötzlich auf, auch wenn Politiker dies behaupten. Weniges lässt sich so genau absehen wie Schülerzahlen. Gespräch mit Gerd Bosbach

Ralf Wurzbacher

Laut Mitteilung des Statistischen Bundesamts von vergangener Woche hat die Zahl der Erstklässler an Deutschlands Grundschulen verglichen mit dem Vorjahr um 0,6 Prozent auf rund 725.000 zugelegt. Auch für die kommenden Jahre rechnen Forscher mit weiter steigenden Schülerzahlen. Warum hat die Politik dann so lange auf einen Rückgang gesetzt?

Man hat die Botschaft der Statistiker, dass es langfristig weniger Geburten geben wird, dazu benutzt, kurzfristig Lehrerstellen abzubauen, an der Ausbildung von Pädagogen und beim Bau und der Sanierung von Schulen zu sparen. Man hat also die Datenlage nicht richtig studiert und hoppla: Jetzt hat man den Salat.

Gemäß einer jüngeren Studie der Bertelsmann-Stiftung sollen bis 2025 etwa 1,1 Millionen mehr Kinder in die Schulen strömen, als die Kultusministerkonferenz bisher kalkuliert hatte. Sie sagen, das war schon länger absehbar?

Ja, nur wollten die Kultusminister das nicht zur Kenntnis nehmen. Ich habe schon drei...

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