27.11.2017 / Feuilleton / Seite 10

Wo bleibt der Rausch?

Richard Strauss’ »Salome« an der Staatsoper Hannover ist fast zu klug

Kai Köhler

Salome, das ist in der Oper von Richard Strauss die sehr junge Prinzessin, die vor den aufdringlichen Blicken ihres Stiefvaters Herodes flieht; die in ihrer Sehnsucht nach Reinheit sich ausgerechnet in den eingekerkerten Propheten Jochanaan verliebt, einen Fanatiker der Keuschheit, der sie als moralisch verworfen zurückweist; die dann vom geilen König Herodes überredet wird, vor seinen Augen zu tanzen, denn dafür steht ihr ein Wunsch frei; die dann zum Entsetzen des Herrschers den Kopf des Propheten fordert; die, als ihr das abgeschlagene Haupt des Geliebten auf einem Silbertablett überreicht wird, im Triumph den Mund Jochanaans küsst und zuletzt auf Befehl des Königs als zu verderbt sogar für seinen Hof getötet wird.

Man könnte vermuten, dass in Zeiten von Doku-Soaps à la »Adam sucht Eva«, wo ein attraktiv sein sollendes Personal eine garantiert unerotische Nacktheit herzeigt und die im Skript vorgesehenen Beziehungskrisen mit lebloser Betroffenheitspros...

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