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27.11.2017 / Inland / Seite 5

Mobbing vom Boss

Chefarztsekretärin in Osnabrück soll nach schwerer Erkrankung nur noch Praktikantentätigkeiten ausüben. Betroffene hat Klage eingereicht

Sigrid Lehmann-Wacker

Man sieht der gutgekleideten dunkelhaarigen Frau nicht an, dass sie schon 56 Jahre alt ist. Man würde erst recht nicht auf die Idee kommen, dass sie eine todkranke Frau ist: Der Schilddrüsenkrebs von Ulrike Schneider ist schon so weit fortgeschritten, dass die Therapie nur schmerzlindernd wirkt. Die engagierte, in der Urologie im Klinikum Osnabrück tätige Chefsekretärin erhielt 2015 die Diagnose, dass der Krebs schon streuen würde.

Im Frühjahr meldete sie sich bei ihrem Vorgesetzten krank und kündigte an, gegen Ende des Jahres im Rahmen einer Wiedereingliederung zurückzukehren. In Sommer musste Schneider feststellen, dass ihre Stelle in der lokalen Tageszeitung, der Neuen Osnabrücker Zeitung, ausgeschrieben war – nicht als Krankheitsvertretung, sondern als Dauerstelle. Sie ließ sich vom Betriebsrat beschwichtigen, dass man diese Stelle nur als unbefristet ausgeschrieben hätte, weil sich sonst niemand darauf bewerben würde. Jedoch stimmte dieser im Herbst ...

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