25.11.2017 / Feuilleton / Seite 10

Was wollen »die Krawatten«?

Wie man die Arbeiter zermürbt: Das Stück »7 Minuten. Betriebsrat« am Mainzer Staatstheater ist eine Enttäuschung

Elmar Wigand

Das Wort »Enttäuschung« kann auch etwas Gutes bedeuten. Wir haben uns getäuscht oder sind getäuscht worden. Das haben wir erkannt und überwunden. Das Stück »7 Minuten. Betriebsrat« des italienischen Autors Stefano Massini, das in der Inszenierung von Carole Lorang als deutsch-luxemburgische Koproduktion am 4. November am Mainzer Staatstheater seine deutsche Premiere feierte, bot mehrere Enttäuschungen.

Die heute in Deutschland alltäglich und systematisch stattfindende Zermürbung, Zerrüttung, Korruption und Einlullung von Betriebsräten liegt bislang unterhalb der Wahrnehmungsschwelle von Mainstreammedien und Regierungsparteien. Dass eine gesellschaftliche Debatte um die unternehmerische Willkür in Fragen der Arbeitsbeziehungen unterbleibt, ist eine wesentliche Bedingung der Unterdrückung von Betriebsräten. Als ungeliebte Errungenschaft der Nachkriegszeiten des 20. Jahrhunderts führen sie ein Schattendasein. Die Behandlung des Themas auf der Theaterbühne...

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