25.11.2017 / Kapital & Arbeit / Seite 9

Nicht nur gottgefällig

Polens Regierung plant im Bündnis mit Gewerkschaft und Klerus, die verkaufsoffenen Sonntage abzuschaffen

Reinhard Lauterbach

Am 11. März 2018 beginnt in Polen zwar nicht der Weltuntergang, aber eine neue Epoche im Einzelhandel. Ab diesem Datum soll die Ladenöffnung an Sonntagen auf zunächst zweimal im Monat reduziert werden. 2019 soll es dann nur noch einen verkaufsoffenen Sonntag geben, und ab 2020 soll ganz Schluss sein mit dem Konsum am Tag des Herren.

So jedenfalls steht es im Gesetzentwurf, den die rechtskonservative Regierungspartei Recht und Gerechtigkeit (Prawo i Sprawiedliwosc; PiS) jetzt in das Parlament eingebracht hat. Für die Schließung der Einzelhandelsgeschäfte am siebten Tag der Woche hatten sich vor allem der kirchennahe Flügel der PiS und die Gewerkschaft Solidarnosc (Solidarität) eingesetzt. Letztere hatte vor allem mit dem Interesse der betroffenen, mehrheitlich weiblichen Beschäftigten argumentiert: Frauen müssten wieder Gelegenheit haben, sich um ihre Familien zu kümmern. In die offizielle Begründung haben diese sozialen Argumente keinen Eingang mehr gefun...

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