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18.11.2017 / Titel / Seite 1

Kampf um Siemensstadt

Zuerst verkündet der Großkonzern Spitzengewinn, dann weitere Stellenvernichtung. In Berlin wehren sich die Arbeiter verschiedener Konzerne dagegen

Johannes Supe

»Ein Scheißstaat ist das hier«, sagt ein Arbeiter, dem Aussehen nach vielleicht Anfang 60. »Eine Scheißhauswirtschaft«, gibt sein wohl 20 Jahre jüngerer Kollege zurück. Beide tragen sie Arbeitsanzüge, die sie als Siemens-Beschäftigte ausweisen. Um zehn vor zehn am Freitag morgen sind die Straßen vor dem Berliner Dynamowerk des Großkonzerns noch ziemlich verlassen. Nur ein paar Dutzend Mitarbeiter stehen hier und tragen Fahnen und Transparente der IG Metall. »Die Kollegen sind noch im Werk und pfeifen gerade die Geschäftsführung aus, also warten wir noch einen kleinen Moment«, ruft Gewerkschaftsmann Klaus Abel den Anwesenden zu. Tatsächlich strömen nur wenige Minuten später Hunderte Arbeiter aus dem Werk hinaus. Die Slogans ihrer Schilder, die Pfeifkonzerte, die Gespräche untereinander machen eines deutlich: Die Industriearbeiter sind sauer.

Mehr als 1.300 Beschäftigte nahmen nach Angaben der IG Metall am Freitag an einer Kundgebung der Gewerkschaft teil. ...

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