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13.11.2017 / Schwerpunkt / Seite 3

»Finanzsystem ermöglicht US-Militär«

Nach dem Ersten Weltkrieg stiegen die USA zur Weltmacht auf. Ihre Vorherrschaft basiert auf der Dominanz des Dollar. Ein Gespräch mit Michael Hudson

Simon Zeise

Sie schreiben in Ihrem gerade auf Deutsch erschienenen Buch »Finanzimperialismus. Die USA und ihre Strategie des globalen Kapitalismus«, dass Lenin und Karl Kautsky die Dominanz des staatsmonopolistischen Kapitalismus nach dem Ersten Weltkrieg nicht voraussehen konnten. Es war also nicht die Finanzoligarchie, die damals die Welt regierte?

Absolut nicht. Die Politik Washingtons, mit der die USA nach dem Ersten Weltkrieg ihre Dominanz erlangten, war nicht im Sinne der Finanzoligarchie – im Gegenteil. Lenin hatte sich vorgestellt, dass das Problem die nationale Staatsverschuldung wäre, es waren aber die Schuldverhältnisse zwischen Staaten. Niemand hätte das erwartet. Das Problem war, dass die USA die Kriegsschulden ihrer europäischen Verbündeten eintrieben, für die Waffen, die ihnen die Vereinigten Staaten zur Verfügung gestellt hatten, bevor sie selbst in den Ersten Weltkrieg eintraten. Und die Alliierten machten Deutschland Auflagen für Reparationen, di...

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