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11.11.2017 / Ausland / Seite 2

»Die Lage hat sich wieder zugespitzt«

In Indonesien versuchen Aktivisten, würdevolles Gedenken an Opfer der Suharto-Diktatur zu ermöglichen. Gespräch mit Yunantyo Adi Setyawan

Anett Keller

Eines der größten Verbrechen des 20. Jahrhunderts geschah 1965 in Indonesien: die Ermordung Hunderttausender Menschen zu Beginn der Diktatur des antikommunistischen, vom Westen unterstützten Generals Suharto. Als Vorwand dafür wurde die Ermordung sieben ranghoher Militärs benutzt. Die Verantwortung schob Suharto der Kommunistischen Partei Indonesiens, PKI, zu. Nach jahrelanger Einkerkerung ohne Gerichtsurteil bekamen ehemalige politische Häftlinge Stempel in ihre Ausweise. Wie verläuft in Indonesien heute die Aufarbeitung dieser Verbrechen?

Es ist ein langer Prozess mit Fortschritten und Rückschlägen. Nach dem Ende von Suhartos Herrschaft 1998 bekamen die Opfer zumindest ihre Bürgerrechte wieder, wie das Wahlrecht oder das, im Staatsdienst zu arbeiten. Sie können Verbände gründen, können für ihre Rehabilitierung eintreten. Doch es gab auch Rückschläge. Als im Jahr 2000 zum ersten Mal eines der zahlreichen Massengräber geöffnet werden sollte, damit die Ang...

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