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11.11.2017 / Titel / Seite 1

Behörde lässt hetzen

Am Jahrestag der Pogromnacht: Gothaer Neonazis durften in Sichtweite jüdischer Gedenkorte aufmarschieren

Claudia Wangerin

Der Leiter des Gothaer Ordnungsamtes, Alexander Zink, sah nach eigenen Angaben »keine rechtliche Handhabe« gegen Versammlungen von Neonazis, die am Donnerstag wenige Meter vom Haupteingang des Jüdischen Friedhofs entfernt und am Platz der ehemaligen Synagoge stattfanden. »Ich muss jedem die Möglichkeit geben, öffentlichkeitswirksam seine Meinung zu äußern«, sagte Zink am Freitag im Gespräch mit junge Welt. Nach seiner Einschätzung kamen dafür auch am 9. November, dem Jahrestag der Reichspogromnacht vor 79 Jahren, keine anderen Orte in Frage. Einen Mangel an Sensibilität will er sich aber nicht vorwerfen lassen: Die Brisanz von Ort und Datum sei ihm bewusst, deshalb hätten sich ja die Neonazis mit dem Transparent »Schluss mit dem Schuldkult« nicht direkt vor dem Haupteingang des Friedhofs aufstellen dürfen, »sondern auf der gegenüberliegenden Straßenseite«, betonte Zink. Er habe die Spielräume »tiefgründig geprüft« und Rücksprache mit der Fachaufsichtsbehö...

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