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10.11.2017 / Inland / Seite 8

»Verschärftes kapitalistisches System sichtbar machen«

Radikal linke Gruppen unterstützen Arbeitskämpfe beim Onlinehändler Amazon mit Aktionen. Gespräch mit Jonathan Schneider

Gitta Düperthal

Das Bündnis »Make Amazon pay« will dem Konzern mit bundesweiten Aktionen seine geplante Rabattaktion »Black Friday« am 24. November vermiesen. Wogegen richten sich die Proteste im Detail?

Bei Amazon geht es in den seltensten Fällen nur um Lohnforderungen. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sagen, dass die Arbeitsbedingungen sie krankmachen, sie sich wie Maschinen behandelt fühlen. Jeder Arbeitsschritt in den Warenlagern – bei Amazon »Fulfillment Center« genannt – ist reglementiert. Mit Scannern wird jeder Handgriff überwacht. Die Unternehmensphilosophie suggeriert aber, alle seien eine große Familie. So treibt Amazon die Belegschaften zu noch größerer Leistung an und verschärft die Ausbeutung. Um die Beschäftigten gegeneinander auszuspielen, vergibt das Unternehmen zum Beispiel Prämien für Arbeitsgruppen, in denen besonders wenige Krankentage anfallen. In den Filialen, die Amazon in verschiedenen Ländern betreibt, geht es ähnlich zu: Arbeit wird an Subun...

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