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10.11.2017 / Ausland / Seite 7

Kampagne gegen Flüchtlinge

In Algerien reagiert die Regierung mit rassistischer Stimmungsmache auf die Wirtschaftskrise

Sofian Philip Naceur, Kairo

Algeriens Behörden haben ihre Ende September begonnene Verhaftungs- und Abschiebekampagne gegen afrikanische Flüchtlinge und Migranten – zumindest vorläufig – gedrosselt. Über mehrere Wochen hinweg hatten algerische Polizei- und Gendarmerieeinheiten gezielt Menschen afrikanischer Herkunft am Arbeitsplatz, zu Hause oder auf der Straße verhaften und in Sammellager bringen lassen. Anschließend wurden sie mit Bussen nach Tamanrasset 2.000 Kilometer südlich der Hauptstadt Algier gebracht.

Der letzte Konvoi habe ihres Wissens Ende Oktober stattgefunden, berichtete die algerische Zeitung El Watan. Dabei wurden 602 in der Region Tizi Ouzou lebende nigrische Staatsbürger nach Tamanrasset gebracht. Von dort aus schiebt Algerien verhaftete Flüchtlinge und Migranten meist ins Nachbarland Niger ab, in einigen Fällen auch nach Mali.

Grundlage der Maßnahmen ist ein 2014 unterzeichnetes Rücknahmeabkommen zwischen Algier und Niamey, das auch die Abschiebungen von Menschen...

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