08.11.2017 / Kapital & Arbeit / Seite 8

»Es gab schwarze Schafe, nun gibt es schwarze Herden«

In »Paradise Papers« steht nichts Neues, sie sind aber gut, Ausmaß der Steuervermeidung publik zu machen. Gespräch mit Karl-Martin Hentschel

Gitta Düperthal

Nach den Enthüllungen um die »Panama Papers« im April 2016 nun die Recherche zu den »Paradise Papers«. Welche Qualität hat der neuerliche Skandal?

Anlässlich der Recherche um die Briefkastenfirmen in der Steueroase Panama wurde vor allem über Steuervermeidung und dubiose Geschäfte einzelner Milliardäre und Prominenter debattiert. Jetzt wird es interessanter, weil es auch um Praktiken einiger Weltkonzerne geht: Rohstofffirmen mit Sitz in der Schweiz sind von den Enthüllungen betroffen. Unter anderem geht es um Geschäfte im Kongo von »Glencore«, die aus Sicht von Nichtregierungsorganisationen mit ihrer Kupfermine dort das Land regelrecht ausplündern. Die Dokumente zeigen, wie die Firma den Preis für Schürflizenzen tief halten konnte. Neu ist das nicht, aber nun besser nachweisbar.

In den 1990er Jahren hatte es noch einzelne schwarze Schafe unter den Unternehmen gegeben. Seither gibt es schwarze Herden, Steuerhinterziehung ist Mainstream – wird auch nic...

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