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02.11.2017 / Feuilleton / Seite 11

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Leonhard F. Seidl verhandelt in seinem neuen Roman »Fronten« anhand eines realen Vorfalls Rassismus, Islamophobie und Rechtsterrorismus

Georg Hoppe

Am 4. März 1988 betritt ein jugoslawischstämmiger Mann eine Polizeiwache in der oberbayrischen Stadt Dorfen. Zwei Beamte sind gerade dabei, die am selben Tag beschlagnahmten Waffen des Mannes zu registrieren, der Mitglied im Schützenverein ist und psychisch auffällig wurde. Er fordert diese zurück und eröffnet dann das Feuer. Er tötet die beiden Polizisten und wird bei einem folgenden Schusswechsel mit der gerufenen Verstärkung schwer verletzt. Er stirbt wenige Tage später. Insgesamt tötet er drei Polizisten. In Dorfen werden nach der Tat Migranten oder solche, die dafür gehalten werden, bespuckt und beschimpft. Am 5. April überfällt ein 20jähriger die Stadtsparkasse und nimmt Geiseln. Er bezeichnet sich selbst als »Nazi« und ist NPD-Mitglied. Er verlangt drei »Türken«, welche er aus Rache für den Amoklauf offensichtlich hinrichten will. Nach Verhandlungen kann er zur Aufgabe bewegt werden.

Leonhard F. Seidl orientiert sich in seinem neuen Roman »Fronten«...

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