26.10.2017 / Thema / Seite 12

Aufbegehren der Entrechteten

70 Jahre nach der indischen Unabhängigkeit werden Dalits im Alltag oft noch immer diskriminiert. Aber mehr und mehr macht sich ein neues Selbstbewusstsein breit

Thomas Berger

Es war keine zwei Wochen vor seinem 27. Geburtstag, als sich Rohith Vemula am 17. Januar 2016 das Leben nahm. Der Doktorand an der University of Hyderabad im Bundesstaat Andhra Pradesh im Südosten Indiens, beschrieb in seinem Abschiedsbrief die Einschränkungen, denen er aufgrund seiner Kastenzugehörigkeit als Dalit ausgesetzt war. Das ist jene Gruppe der früher als »unberührbar« Geltenden, die im Hinduismus auf der alleruntersten Sprosse der sozialen Hierarchie stehen.¹ Seine Geburt in diesem Kontext sei ein »fataler Unfall« gewesen, der Ursprung allen Unheils, schrieb Rohith.

Der Jungakademiker gehörte zu den Mitgliedern der Ambedkar Students Association (ASA). Gemeinsam mit einigen anderen Aktivisten war er mit einem Vertreter der Studentenvereinigung der regierenden hindunationalistischen (und eher von Höherkastigen dominierten) Bharatiya Janata Party (BJP) von Premierminister Narendra Modi aneinandergeraten. Zur Strafe suspendierte die Leitung der Uni...

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