26.10.2017 / Ausland / Seite 6

Barsani kapituliert vor Bagdad

Kurdische Regierung verzichtet angesichts militärischer Drohungen vorerst auf die Umsetzung des Referendumsresultats

Nick Brauns

Die kurdische Regierung von Präsident Mustafa Barsani in Erbil hat in der Nacht zum Mittwoch ihre Bereitschaft erklärt, das Ergebnis des Referendums vom 25. September »einzufrieren«, um mit der Zentralregierung in Bagdad in einen offenen Dialog zu treten. Bei der von Bagdad für ungesetzlich erklärten Volksbefragung hatten sich bei einer Beteiligung von 72 Prozent 92 Prozent der Wähler für einen unabhängigen kurdischen Staat im Nordirak ausgesprochen.

Am vergangenen Montag hatte die irakische Armee im Bündnis mit den vom Iran unterstützten schiitischen Milizen der Volksmobilisierung (Haschd Al-Schaabi) in Reaktion auf das Referendum nach nur kurzen Gefechten die multiethnische Stadt Kirkuk eingenommen. Deren gigantische Ölfelder stellen die ökonomische Voraussetzung für ein unabhängiges Kurdistan dar. Anschließend rückten die irakischen Streitkräfte in die übrigen »umstrittenen Gebiete« mit kurdischer Bevölkerungsmehrheit ein.

Zehntausende kurdische Peschm...

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