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20.10.2017 / Thema / Seite 12

Zwerge und Scheinriese

Heimvolkshochschule in Schnellroda: Das Institut für Staatspolitik bildet mit dem Verlag »Antaios« und der Zeitschrift Sezession das Zentrum einer »Neuen Rechten« in Deutschland. Die werden dabei stärker gemacht, als sie tatsächlich sind

Volkmar Wölk

Antaios war, so weiß es die griechische Sage, ein Riese, nach heutigem Maß fast 30 Meter groß. Ein Riese mit göttlichen Vorfahren: Poseidon, der Gott des Meeres, war sein Vater, Gaia, die Erdgöttin, seine Mutter. Antaios ist der Name eines Verlages in Schnellroda, der gelegentlich Schlagzeilen produziert, da es dem Inhaber Götz Kubitschek immer wieder gelingt, sich selbst zur Galionsfigur einer »Neuen« Rechten und sein Verlagsprogramm als deren Ausformung zu stilisieren. Hatte er den in Libyen beheimateten Riesen bei der Namensgebung im Sinn? Das ist trotz der mythischen Erdverbundenheit des Antaios zu bezweifeln. Denn schließlich jagte dieser nicht nur Fremde, sondern auch die Einwohner des eigenen Landes. Und letztlich ist dem Krieger Kubitschek – einem Oberleutnant der Reserve – kaum soviel Selbstironie zuzutrauen, dass er als Namenspatron ausgerechnet eine mythische Gestalt wählt, zu deren Bezwingung es nur ein wenig an Intelligenz bedarf. Antaios war...

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