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20.10.2017 / Schwerpunkt / Seite 3

»Die Lage ist bedrohlich«

In der Krise um die Rohingya versagen in Myanmar Politik und Gesellschaft. Ein Gespräch mit Moe Thway

Thomas Berger, Yangon

Ist der Eindruck richtig, dass das Thema der Rohingya die Gesellschaft Myanmars spaltet?

Das kann man so sagen. Selbst in der Führung unseres Vereins gibt es dazu unterschiedliche Meinungen. Ein großer Teil der Bevölkerung liegt auf Regierungslinie. Politik und Militär machen viel Propaganda. Bei der Armee ist das nichts Neues, die haben seit Jahrzehnten Erfahrung darin. Aber auch bei der zivilen Regierung stellen wir kritischen Leute bei diesem Thema inzwischen ein ganzes Stück Desinformation fest. So wie jetzt bei der humanitären Krise um die Rohingya war es vorher schon bei Bauern- oder Minenarbeiterprotesten. Auch da ist Suu Kyi schweigsam geblieben. In anderen Fällen, in denen es Übergriffe der Sicherheitskräfte gab, hat sie das entschuldigt. Gleiches gilt für die Armee. Und das finde ich bedrohlich.

Ist diese Leugnungs- oder Verteidigungshaltung ein neues Phänomen?

Nein. Es ging schon 2012 los, als sie bei der Nachwahl für ein Parlamentsmandat kandi...

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