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12.10.2017 / Feuilleton / Seite 10

Vergönnt zu hassen

In Berlin endeten die Aufführungen von »Rosa – Trotz ­alledem«. Man sollte das Stück gleich wieder ­aufführen

Anja Röhl

Bis Ende voriger Woche lief im Berliner Theater unterm Dach »Rosa – Trotz alledem«, ein Theaterprojekt von Anja Panse und Barbara Kastner. Premiere war im Juni. Hoffentlich geht es in anderen Orten weiter. In Cottbus waren sie schon. Für mich gehört es zu den bemerkenswertesten Stücken, die ich in den letzten Jahren gesehen habe.

Regisseurin Anja Panse kennt sich sehr gut mit Rosa Luxemburgs Politik und Leben aus, weiß dies spannend zu inszenieren und auch zu aktualisieren, ohne dass es platt wirkt. Sie benutzt Elemente des magischen Realismus wie Traum- oder Assoziationssequenzen, die dem Stück Tiefe verleihen.

Während der Aufführung wird hinten auf der Bühne mit roter Wolle Stück für Stück der Name »Rosa« gleich einem Lebensfaden aufgespannt. Das macht immer einer der Schauspieler, die gerade nicht im Vordergrund sind. In der Mitte ist ein altertümlicher Schreibtisch mit schwarzem Telefon und Schreibmaschine, seitlich dahinter ein Plattenspieler sc...

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