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14.10.2017 / Geschichte / Seite 15

Praktischer Sozialismus

Ein Bekenntnis zu Krieg und Demokratie. Vor 100 Jahren tagte der Würzburger Parteitag der SPD

Leo Schwarz

Auch die Geschichte der deutschen Sozialdemokratie hat ihre »weißen Flecken«. Die Entwicklung der SPD in den rund eineinhalb Jahren zwischen dem Vollzug der Parteispaltung im Frühjahr 1917 und dem Eintritt führender Sozialdemokraten in die Regierung Max von Badens im Oktober 1918 ist so eine Fehlstelle. Sie wird selbst in einschlägigen Standardwerken meist nur kursorisch behandelt; eine ihrer wesentlichen Wegmarken, der Parteitag in Würzburg vom 14. bis zum 20. Oktober 1917 – der einzige während des Krieges –, wird oft nicht einmal erwähnt.

In jenen Monaten erlebte die SPD zweifellos die bis dahin schwerste Krise seit ihrer Gründung. Die radikale und zentristische Opposition hatte die Partei verlassen oder war ausgeschlossen worden; Hunderttausende Mitglieder und rund 80 Prozent der Beitragseinnahmen waren seit 1914 verlorengegangen. Politisch hatte sich die Parteiführung an den liberalen Flügel der Bourgeoisie gekettet.

Im Herbst 1917 verstärkten sich di...

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