14.10.2017 / Thema / Seite 12

Herbst und Frühling

Vor vierzig Jahren – das Scheitern der Roten Armee Fraktion als Alibi für eine abmarschbereite Linke

Georg Fülberth

Im Deutschen Kaiserreich (1871–1918) gab es folgende, teils offizielle, teils inoffizielle nationale Gedenktage: den Sedanstag (2. September) für eine gewonnene Schlacht gegen Frankreich 1870, den Reichsgründungstag (18. Januar) und Kaisers Geburtstag (22. März Wilhelm I., 27. Januar Wilhelm II.).

Der Verfassungstag (11. August) war in der Weimarer Republik nie populär. Konservative und Reaktionäre hielten sich weiterhin an den alten Reichsgründungstag. Der 9. November stand – »Novemberverbrecher« – mehrheitlich eher für Verrat als Revolution und war kein Feiertag, aber aufgeladen.

Die Bundesrepublik legte sich – ihrer Selbstwahrnehmung als antikommunistischer Frontstaat entsprechend – zunächst den offiziellen 17. Juni und dann inoffiziell den 13. August zu. Ersterer wurde ab 1990 durch den 3. Oktober ersetzt. Am 27. Januar wird der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz gedacht – mit Fahnen auf Halbmast. Der 9. November bekam jetzt eine neue, ...

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