14.10.2017 / Titel / Seite 1

Kartell des Vertuschens

Verbrannt im Polizeirevier: Staatsanwaltschaft Halle stellt Morduntersuchung im Fall Oury Jalloh ein, weil nichts zu ­ermitteln sei. Initiative will nach Strasbourg ziehen

Susan Bonath

»Warum verschweigen sie alle Beweise?« fragte Mouctar Bah am Freitag im Gespräch mit junge Welt. Am Donnerstag abend hatte der Gründer der Initiative in Gedenken an Oury Jalloh erfahren, dass die Staatsanwaltschaft Halle die Mordermittlungen zum Feuertod des Sierra Leoners eingestellt hat.

Mitte August war bekanntgeworden, dass Sachsen-Anhalts Generalstaatsanwalt Jürgen Konrad das Verfahren im Juni aus Dessau abgezogen hatte. Die Staatsanwaltschaft Halle übernahm. Die »ausführliche Begründung« für die Einstellung habe sie bereits am 30. August zu den Akten gegeben, teilte Oberstaatsanwältin Heike Geyer den Anwältinnen der Opferfamilie am Donnerstag nachmittag per Fax mit. Das heißt: In weniger als drei Monaten will sie Tausende Seiten Akten aus fast 13 Jahren geprüft und »in der Gesamtschau keine hinreichenden Gründe gesehen« haben, »weitere Ermittlungen zu veranlassen«. »Dass sie das so schnell durchziehen, ist unglaublich dreist«, findet Bah.

Oury Jallo...

Artikel-Länge: 3353 Zeichen

Sie benötigen ein Online-Abo • jetzt bestellen

Bitte einloggen

Abo abschließen

  • Gedruckt

    Printabo

    Sechs mal die Woche: Hintergrund und Analysen, Kultur, Wissenschaft und Politik. Und Samstag acht Seiten extra.

    39,60 Euro/Monat Soli: 49,60 €, ermäßigt: 28,60 €
  • Online

    Onlineabo

    24/7: Sofortiger Zugang zu allen Artikeln und Beilagen. Downloads, Mailausgabe, Features, das ganze Archiv.

    18,60 Euro/Monat Soli: 23,60 €, ermäßigt: 11,60 €
  • Verschenken

    Geschenkabo

    Anderen eine Freude machen: Verschenken Sie jetzt ein Abonnement der Printausgabe.

    39,60 Euro/Monat Soli: 49,60 €, ermäßigt: 28,60 €

Kurzzeitabo abschließen

Zur aktuellen Ausgabe