16.10.2017 / Thema / Seite 12

»Aktion Schiebertod«

Wie an einem Sonntag im Oktober vor 60 Jahren der Arbeiter- und-Bauern-Staat blitzartig sein Geld ­austauschte. Über Währungssanierung in der DDR unter den Bedingungen des Kalten Krieges

Jörg Roesler

Wer meinte, diesen zweiten Oktobersonntag, den 13.10.1957, als DDR-Bürger ruhig und erholsam verbringen zu können, der hatte sich geirrt – ohne Ausnahme. Schon um 8 Uhr früh verkündete Ministerpräsident Otto Grotewohl im Rundfunk, dass das bisher verwendete DDR-Geld – mit Ausnahme der Münzen mit den Nennwerten 50 Pfennig und 1 Mark – ab sofort seine Gültigkeit verloren habe: »Der Ministerrat hat in dieser Nacht einstimmig eine Verordnung beschlossen über die Ausgabe neuer Banknoten und die Außerkraftsetzung bisher gültiger Banknoten.« Der Umtausch der alten gegen die neuen Geldscheine werde ab 12 Uhr und bis 22 Uhr an in Schulen und anderen öffentlichen Gebäuden eingerichteten Umtauschstellen stattfinden. Jeder Bürger der DDR könne die Banknoten in seinem Besitz bei Vorlage des Personalausweises gegen neue einwechseln. Die Regierung habe sich zu dieser Maßnahme entschlossen, erläuterte der Ministerpräsident, »weil uns seit langem bekannt ist, dass Monopol...

Artikel-Länge: 17216 Zeichen

Sie benötigen ein Online-Abo • jetzt bestellen

Bitte einloggen

Abo abschließen

  • Online

    Onlineabo

    24/7: Sofortiger Zugang zu allen Artikeln und Beilagen. Downloads, Mailausgabe, Features, das ganze Archiv.

    16,90 Euro/Monat Soli: 21,90 €, ermäßigt: 10,90 €
  • Gedruckt

    Printabo

    Sechs mal die Woche: Hintergrund und Analysen, Kultur, Wissenschaft und Politik. Und Samstag acht Seiten extra.

    37,90 Euro/Monat Soli: 47,90 €, ermäßigt: 27,90 €
  • Verschenken

    Geschenkabo

    Anderen eine Freude machen: Verschenken Sie jetzt ein Abonnement der Printausgabe.

    37,90 Euro/Monat Soli: 47,90 €, ermäßigt: 27,90 €

Kurzzeitabo abschließen

Zur aktuellen Ausgabe