09.10.2017 / Feuilleton / Seite 10

Klicker statt Klicks

Ralph Schock beschreibt eine Jugend im Saarland der 50er

Martin Willems

Bücher, die vom das Aufwachsen eines Schriftstellers handeln, rufen im Literaturbetrieb stark unterschiedliche Reaktionen hervor. Sie reichen von vehementer Ablehnung (»Fuck Kindheitserinnerungen!«) bis zur Freude über das Selbstverständliche (»Wo sollen Bücher herkommen, wenn nicht aus der Kindheit?«). Egal, wie man dazu auch steht, es dürfte Einigkeit darüber herrschen, dass Gerhard Henschels »Kindheitsroman« (2004), der Auftaktband der Martin-Schlosser-Reihe, hioerzulande die Spitzenposition in diesem Subgenre innehat.

Während Henschel auf die Schilderung von zwölf Lebensjahren fast 500 Seiten verwendet, reicht Ralph Schock, umtriebiger Herausgeber und bis vor kurzem leitender Redakteur im Saarländischen Rundfunk, ein Viertel dieses Umfangs. »Kaffeeschmuggler und Steckdosenmäuse« ist sein literarisches Debüt und versammelt insgesamt 122 bemerkenswert komponierte »Erinnerungsbruchstücke« aus einer Zeit, in der Klicker (Murmeln) und nicht Klicks zählten.

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