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27.09.2017 / Inland / Seite 4

Blind gegenüber Rassismus

Nach Recherchen in der Bundesrepublik: UN-Berichterstatter erheben schwere Vorwürfe gegen Regierung und deutsche Behörden

Susan Bonath

Bis zu eine Million Menschen afrikanischer Herkunft leben in Deutschland. Wegen ihrer Hautfarbe werden sie häufig diskriminiert, erfahren Gewalt, sind Repressionen durch Polizei und Behörden ausgesetzt. Das kritisiert eine Expertengruppe des Menschenrechtsrats der Vereinten Nationen (UN). In dessen Auftrag hatte eine Delegation im Februar sieben Tage lang die Bundesrepublik bereist. Ihren Abschlussbericht stellte sie am Montag in Genf vor. Dabei zeigten sich die Sachverständigen Mireille Fanon Mendès-France, Sabelo Gumedze und Ricardo Sunga »tief besorgt« über die Situation von Personen »afrikanischer Abstammung« in Deutschland.

Der Bundesregierung werfen die Gutachter vor, sie unternehme zuwenig gegen alltäglichen und institutionellen Rassismus. Diesem seien dunkelhäutige Menschen trotz offiziellen Bekenntnisses zu Vielfalt und trotz einzelner Gegenmaßnahmen regelmäßig ausgesetzt. »Sie fürchten um ihre Sicherheit und meiden bestimmte Orte, wo sie mit mög...

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