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25.09.2017 / Ausland / Seite 2

»Häuser stürzten ein, als seien sie aus Pappe«

In Mexiko-Stadt ziehen Baulöwen Gebäude in schlechter Qualität hoch und werden dabei von der Politik gedeckt. Gespräch mit Mardonio Carballo

Torge Löding

Die Bilder der Trümmer in Mexiko-Stadt nach dem Erdbeben vom 19. September sind verstörend. Trotzdem wurden bisher vergleichsweise wenige Tote gezählt, etwa 300. Haben die Verantwortlichen aus den Erfahrungen des großen Bebens von 1985 gelernt, als Zehntausende Menschen starben?

Nein, das haben sie nicht. Es sind immer noch die gleichen korrupten Politiker, die in Kollusion (in geheimer Absprache, jW) mit Geschäftsmännern und Architekten große Gewinne einstreichen und Gebäude hinsetzen, die töten. Das Erdbeben vor 32 Jahren war zehn- bis fünfzehnmal so stark wie das in der vergangenen Woche, deshalb gab es jetzt weniger Tote. Aber die Häuser in den besonders betroffenen Stadtteilen Condesa und Roma stürzten ein, als seien sie aus Pappe. Dort gilt eine Begrenzung auf vier Stockwerke – illegal wurden aber viele höhere Gebäude gebaut, die nun unbewohnbar sind. Und die Baulöwen schämen sich nicht einmal, die Arbeiten an solchen hohen Gebäuden einfach fortzufü...

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