Gegründet 1947 Dienstag, 26. März 2019, Nr. 72
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23.09.2017 / Wochenendbeilage / Seite 1 (Beilage)

»Der Apparat vergisst nicht«

Gespräch. Mit Thomas Wüppesahl. Über Geldwäsche in Deutschland, Polizeirepression beim G-20-Gipfel und seinen Ruf als Nestbeschmutzer

Markus Bernhardt

Herr Wüppesahl, Sie waren Kriminalbeamter, sind nun außer Dienst. Was hat Sie 1971 bewogen, zur Polizei zu gehen?

Ich komme soziologisch betrachtet aus einer Familie der Mittelschicht. Ich war konservativ geprägt. Das Bild, das ich in den 1960er und 70er Jahren hatte, war das vom Polizeibeamten als Freund und Helfer. Und damals, im zarten Alter von 16 Jahren, hatte ich vor, im Bereich der Wirtschaftskriminalität zu arbeiten. Mir war irgendwie diffus klar, dort spielt die Musik. Nicht nur bezüglich der Schadens- und Vermögenssummen, sondern auch in bezug auf Körperverletzungen, Tötungen und Suizide in diesem Bereich. Laut der aktuellen Lagebilder des Bundeskriminalamtes zählen rund 50 Prozent der Delikte der »organisierten Kriminalität«, OK, zum Wirtschaftsbereich. Und mittlerweile ist die Bundesrepublik Deutschland ein Schwerpunkt der OK in Sachen Geldwäsche. Unsere Bundesregierung lässt sich Gesetze von der Industrie, auch der Finanzindustrie schreibe...

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