19.09.2017 / Schwerpunkt / Seite 3

Ein Riss geht durch Kurdistan

Im Irak tobt ein Machtkampf um die Abstimmung über eine Unabhängigkeit der Autonomieregion im Norden des Landes

Anselm Schindler, Machmur

In Machmur gibt es keine reguläre Polizei. Der Staat scheint hier weit weg zu sein. Über den Häusern wehen die Fahnen der kurdischen Frauenbewegung und Fahnen mit dem Konterfei des PKK-Vorsitzenden Abdullah Öcalan. In Machmur helfen sich die Menschen selbst, sie haben schon vor vielen Jahren ein basisdemokratisches Rätesystem aufgebaut, das von den Schulen über die Müllentsorgung bis hin zum kulturellen Leben in der Stadt alles organisiert. Machmur, das ist eine Flüchtlingsstadt im Nirgendwo, in der Wüste der nordirakisch-kurdischen Gebiete zwischen Kirkuk und der erst vor rund zwei Monaten vom »Islamischen Staat« (IS) befreiten Millionenstadt Mossul. Wenn es zu Problemen zwischen den Einwohnern kommt, werden sie von Konsenskomitees geklärt.

Es gibt eigentlich zwei Machmurs: einen älteren Ort und ein gleichnamiges Flüchtlingscamp, in dem heute rund 15.000 Menschen leben. Aufgebaut wurde es in den 90er Jahren von Menschen, die aus dem türkischen Kurdist...

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