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19.09.2017 / Betrieb & Gewerkschaft / Seite 15

Unerforscht, aber wirkungsvoll

Erneut melden sich Piloten kollektiv krank. An der Kampfform zeigen Gewerkschaften wenig Interesse, denn sie stellt ihre Lenkungsfunktion in Frage

Elmar Wigand

In Deutschland macht eine überwunden geglaubte Aktionsform von sich reden: der wilde Streik durch kollektives Krankfeiern. Am Dienstag, 12. September, meldeten sich 200 von insgesamt 1.500 Piloten der insolventen Air Berlin kurzfristig krank. Mehr als 200 Flüge fielen an diesem und den darauffolgenden Tagen bundesweit aus. Ab Donnerstag ebbte die Welle stark ab, am Freitag endete das Bieterverfahren um die Pleitelinie offiziell.

Das Hugo-Sinzheimer-Institut (HSI), das der IG Metall nahesteht, widmete sich 2012 den sogenannten »atypischen Arbeitskampfformen«. Die kollektive Krankmeldung – im Englischen Sick-out genannt –, wird in Band 1 der HSI-Schriftenreihe mit vier mageren Sätzen abgehandelt. Raphaël Callsen schreibt lapidar: »Neuere Beispiele lassen sich nicht finden, nachdem der BGH diese Aktion für sittenwidrig erklärt hatte.« Das Urteil vom 31. Januar 1978 (Az. VI ZR 32/77) bedroht Gewerkschaften seither mit drakonischen Schadensersatzforderungen, f...

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