15.09.2017 / Inland / Seite 4

Emingers letztes Aufgebot

NSU-Prozess: Mitangeklagter Neonazi stellt nach Haftbefehl Befangenheitsantrag

Claudia Wangerin, München

Mehr als vier Jahre lang hatte sich die Verteidigung von André Eminger im Münchner NSU-Prozess kaum bemerkbar gemacht. Nun will der Neonazi in letzter Minute alle fünf Richter loswerden. Am Mittwoch hatte das Oberlandesgericht München Haftbefehl gegen den mutmaßlichen Mordhelfer erlassen. Bereits am Dienstag war Eminger in Gewahrsam genommen worden. Nach dem Plädoyer der Bundesanwaltschaft sieht das Gericht neben dem dringenden Tatverdacht auch eine akute Fluchtgefahr als gegeben an, da die Ankläger mit zwölf Jahren Haft eine überraschend hohe Strafe forderten. Emingers Befangenheitsantrag wurde am Donnerstag nachmittag im Saal bekannt gegeben, als Zuhörer und Pressevertreter bereits damit rechneten, den ersten Schlussvortrag der Nebenklage zu hören.

Die Hauptverhandlung wurde daraufhin bis zum 20. September unterbrochen. Auch wenn der Antrag nach vergleichbaren Manövern der Hauptangeklagten Beate Zschäpe und des Mitangeklagten Ralf Wohlleben als aussicht...

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