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14.09.2017 / Inland / Seite 4

Große Abschiebekoalition

Innenminister rechtfertigt Deportation von acht Männern nach Afghanistan mit Straftaten. Scharfe Kritik von Flüchtlingsräten, Linkspartei und Kirchen

Felix Jota

Knapp zwei Wochen vor der Bundestagswahl verbeugen sich die etablierten Parteien nach rechts. Trotz massiver Proteste von Flüchtlingsinitiativen, der Linkspartei und Kirchenvertretern sind am Dienstag abend acht abgelehnte Asylbewerber von Düsseldorf aus nach Afghanistan geflogen worden. Am Düsseldorfer Flughafen demonstrierten rund 300 Menschen gegen die Abschiebepraxis des Bundes und der beteiligten Länder, wie das lokale Bündnis »Nedaje Afghan – Afghanischer Aufschrei« am Mittwoch mitteilte.

Drei Bundesländer beteiligten sich an der ersten Sammelabschiebung nach dem Anschlag auf die deutsche Botschaft in Kabul am 31. Mai: das von der CSU regierte Bayern, Nordrhein-Westfalen, geführt von CDU und FDP, sowie Hamburg mit seinem SPD-Grünen-Senat. »Kriminelle aus Deutschland abgeschoben«, lautete die Jubel-Schlagzeile von Bild am Mittwoch.

Mit dieser Überschrift bezog sich das Blatt auf die Begründung, mit der Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) die...

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