13.09.2017 / Schwerpunkt / Seite 3

Kapitallobby macht Schule

In Baden-Württemberg wird neuerdings flächendeckend das Fach »Wirtschaft« unterrichtet. Kritiker bemängeln ökonomische Halbbildung

Ralf Wurzbacher

Warum existiert eigentlich weder das Schulfach »Nachhaltigkeit«, noch »Medienkunde« oder »Frieden«? Weil es dafür keine Lobby gibt. Das erklärt umgekehrt, weshalb in Baden-Württemberg neuerdings »Wirtschaft« unterrichtet wird. Jahrelang haben Industrie- und Handwerksverbände sowie Vertreter von Banken und Versicherungen darauf hingearbeitet, dass ihre Sicht der Dinge auf dem Lehrplan der Schulen landet – und jetzt endlich ist es soweit. Zum am vergangenen Montag gestarteten neuen Schuljahr wurde im Ländle an den allgemeinbildenden Schulen flächendeckend das Fach »Wirtschaft/Berufs- und Studienorientierung« (WBS) eingeführt. Was Politik und Unternehmertum freut, stößt bei Sozialwissenschaftlern und Gewerkschaften auf Kritik. Sie fürchten eine »Selbstökonomisierung der Lernenden«.

Den Anfang machen zunächst die Haupt-, Werkreal-, Real- und die Gemeinschaftsschulen. Die Gymnasien sollen ein Jahr später nachfolgen. Laut zugehörigem Bildungsplan geht es bei de...

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