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11.09.2017 / Feuilleton / Seite 10

Die letzte Fahrt

In »Die stillen Trabanten« erzählt Clemens Meyer von kurzen, aber intensiven Begegnungen

David Blum

Auch in diesem Bundestagswahlkampf wird wieder von der sogenannten Mitte der Gesellschaft fabuliert. Wie gewohnt ist die Mitte hart umkämpft, wie gewohnt bleibt die genaue Bedeutung des Schlagworts unklar. Da ist es vielleicht hilfreich, sich mit einem Schriftsteller zu beschäftigen, dessen Figuren vom Feuilleton immer wieder als Außenseiter verstanden werden. Ob die Jugendlichen des Debüts »Als wir träumten« (2006), die in der Nachwendezeit im Leipziger Osten aufwachsen; ob das Personal des preisgekrönten Erzählbands »Die Nacht, die Lichter« (2008) oder des prosaischen Tagebuchs »Gewalten« (2010); und erst recht die Zuhälter, Prostituierten und Freier einer fiktiven ostdeutschen Großstadt, denen Meyer in »Im Stein« (2013) seine Stimme geliehen hat – allesamt sind sie marginalisiert.

Der Titel des jüngsten Erzählbands wirkt wie eine Steilvorlage, die von der Kritik dankbar aufgenommen wurde: Der Autor berichte mal wieder von den Begleitern einer großen Ma...

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