07.09.2017 / Ausland / Seite 6

Menschenjäger im Dienst der EU

Weniger Menschen fliehen über das Mittelmeer. Für Merkel und Gabriel heiligt der Zweck die Mittel

Knut Mellenthin

Für die betroffenen Menschen ist es schrecklich. Aber europäische Politiker, vor allem die Regierungen in Berlin, Rom und Paris, feiern es als Riesenerfolg: Im August gelang nur noch 3.892 Menschen die Flucht über das Mittelmeer nach Italien. Ein Jahr zuvor waren es im gleichen Zeitraum 21.294 Menschen gewesen. Quelle dieser Zahlen ist die Internationale Organisation für Migration (IOM), die unter anderem als bezahlter Dienstleister bei Massenabschiebungen in Erscheinung tritt.

Die Differenz zwischen beiden Zahlen ergibt 17.402 Menschen. In einem einzigen Monat. Wie sich das erklärt, will weder Kanzlerin Angela Merkel noch Außenminister Sigmar Ga­briel und schon gar nicht Innenminister Thomas de Maizière wissen. Wenn der Trend anhält, kommen bis zum Jahresende weitere 70.000 Flüchtende hinzu, die auf dem Weg aus verschiedenen Teilen Afrikas nach Europa irgendwo »hängengeblieben« sind, ohne dass die EU sich für ihren Verbleib interessiert.

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