06.09.2017 / Ausland / Seite 6

Das Schweigen der Verantwortlichen

Seit über einer Woche fliehen Tausende Rohingyas aus Myanmar. Doch die Regierung hält sich raus

Thomas Berger

Hunderte sterben, Tausende fliehen aus ihrem Land – doch die derzeitige Regierungschefin von Myanmar schweigt. Aung San Suu Kyi, die sogar Friedensnobelpreisträgerin ist, hat die vom Militär mitverschuldete Gewalt­eskalation gegen die muslimische Minderheit der Rohingyas nicht einmal verurteilt. Bei einer Demo am Wochenende vor der Botschaft Myanmars in der indonesischen Hauptstadt Jakarta forderten die Teilnehmer, Suu Kyi die 1991 verliehene Auszeichnung wieder abzuerkennen. Die von der Regierung eigens eingesetzte Sonderkommission unter dem früheren UN-Generalsekretär Kofi Annan mahnte, der wichtigste Lösungsansatz liege darin, den Rohingya endlich die seit Jahrzehnten verweigerte Staatsbürgerschaft zuzugestehen.

In der Tat mutet das Schweigen einer Frau, die einst als Ikone der Demokratiebewegung in Zeiten der Militärdiktatur mehr als anderthalb Jahrzehnte in Hausarrest und Haft verbringen musste und sich dennoch nicht brechen ließ, merkwürdig an. Dabe...

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