05.09.2017 / Feuilleton / Seite 10

Utopie in Sichtbeton

Eine Dortmunder Ausstellung nähert sich spielerisch dem Brutalismus

Florian Neuner

Die baulichen Hinterlassenschaften der Montanindustrie im Ruhrgebiet gelten heute als Denkmäler der Industriekultur, ja inzwischen als touristisches Alleinstellungsmerkmal der Region. Mit dem architektonischen Erbe der Wiederaufbaujahre allerdings wird auch an der Ruhr Schindluder getrieben. So wurde Ende der neunziger Jahre in Bochum das denkmalgeschützte Stadtbad ebenso abgerissen wie das Haus der Bibliotheken in Dortmund; ganze städtebauliche Ensembles sind inzwischen verloren und mit Investorenarchitektur verunstaltet. Um wieviel schwieriger ist es da noch, Verständnis und Sympathien für brutalistische Bauten zu wecken!

Der Brutalismus entwickelte sich in den Fünfzigern in Großbritannien und ist gekennzeichnet durch die exzessive Verwendung von Sichtbeton und das Nach-außen-Kehren konstruktiver Elemente. Während brutalistische Architektur heute weltweit vom Abriss bedroht ist, steigt gleichzeitig die Anzahl ihrer Fans. Die mehr als 50.000 Mitglieder d...

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