04.09.2017 / Feuilleton / Seite 11

Einmal Karthago und zurück

Mit dem Autor und Regisseur Egon Günther starb einer der kreativsten Köpfe der DEFA

F.-B. Habel

»Wer dem Publikum hinterherläuft, sieht doch nur dessen Hinterteil«, soll Goethe einmal gesagt haben. Wäre der Dichterfürst Filmregisseur geworden, wenn es zu seiner Zeit die technischen Voraussetzungen dafür gegeben hätte? Schriftsteller Egon Günther hat als Regisseur nicht weniger als sechs Spiel- und Dokumentarfilme nach und über Goethe gedreht. Eine Geistesverwandtschaft darf also vorausgesetzt werden (übrigens auch, was das Verhältnis zum schönen Geschlecht betrifft). Die bekannteste dieser Arbeiten ist zweifellos »Lotte in Weimar« von 1975. Die schwere Besetzung der Titelrolle erleichterte ihm Lilli Palmer, die sich anbot und internationalen Glanz in die Weimarer Gesellschaft brachte. Günther flocht in den Film kleine Verweise auf die Gegenwart, wodurch er auch eine verkappte Satire auf die damaligen »DDR-Fürsten« wurde. Die Einladung in den Wettbewerb von Cannes war eine große Ehre, die damals allerdings nicht zum ersten Mal einer DEFA-Produktion z...

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