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01.09.2017 / Feminismus / Seite 15

Wie Verhältnisse Verhalten steuern

Eine Analyse zur Bedeutung von Klassenunterschieden in der westdeutschen Frauenbewegung

Sophia Boddenberg

Das Thema Klasse wird und wurde im Kampf für Geschlechtergerechtigkeit häufig vergessen. Julia Roßhart hat jetzt eine Analyse zu »Klassenunterschieden im feministischen Bewegungsalltag« in der Bundesrepublik der 80er und 90er Jahre vorgelegt. Erschienen im jungen Berliner Verlag w_orten & meer, ist das Buch zugleich die Dissertation der Autorin, die sie an der Berliner Humboldt-Universität vorgelegt hat.

Roßhart geht in ihrem Forschungsprojekt davon aus, dass »Klasse« nicht nur eine ökonomische Kategorie ist, sondern dass die Klassenzugehörigkeit unsere Verhaltensmuster beeinflusst – und deshalb auch einen Einfluss auf die feministischen Bewegungen ausübt. Zum Beispiel können Frauen aus der Mittelschicht Frauen aus der Arbeiterklasse durch ihre Einstellungen und Verhaltensweisen unterdrücken – und sie tun es auch bzw. haben es getan.

Ein wesentlicher Befund Roßharts ist, dass innerhalb der feministischen Bewegungen Herrschaftsverhältnisse existieren u...

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