Gegründet 1947 Montag, 17. Juni 2019, Nr. 137
Die junge Welt wird von 2198 GenossInnen herausgegeben
25.08.2017 / Feminismus / Seite 15

Sag meinen Namen

Junge Afghaninnen fordern, nicht mehr nur als »die Frau von« und damit als Eigentum des Mannes angesprochen zu werden

Petra Stein

Bei seiner Antrittsrede 2014 nannte der neue afghanische Präsident Aschraf Ghani seine Frau Rula beim Namen und dankte ihr für die Unterstützung. Das sorgte für großes Erstaunen in der Loja Dschirga, der Nationalversammlung. Und es gab offene Anfeindungen. Denn Ghani hatte das jahrhundertealte Tabu ignoriert, den Namen einer Frau in der Öffentlichkeit auszusprechen.

Jetzt wird genau über dieses Tabu in einer Onlinekampagne diskutiert, die im Juli unter dem Hashtag »where­ismyname« gestartet wurde. Bei Twitter strömen im Minutentakt Medienberichte zum Thema ein, es gibt eine Facebook-Seite, einige Frauen posten Fotos, auf denen sie Schilder mit der Frage »Wo ist mein Name?« hochhalten. Manche berichten, ihnen sei erst als Erwachsene bewusst geworden, dass sie noch nie den Namen ihrer eigenen Mutter gehört haben. Auch Männer unterstützen die Kampagne.

Tahmina Arian ist eine der Initiatorinnen: »Bei unserem Namen genannt zu werden entspricht dem Grundrecht a...

Artikel-Länge: 5078 Zeichen

Sie benötigen ein Online-Abo • jetzt bestellen
Bitte einloggen
Hilfe bei Einlog-Problemen

Abo abschließen

Gedruckt

Printabo

Sechs mal die Woche: Hintergrund und Analysen, Kultur, Wissenschaft und Politik. Und Samstag acht Seiten extra.

41,80 Euro/Monat Soli: 52,80 €, ermäßigt: 29,80 €

Online

Onlineabo

24/7: Sofortiger Zugang zu allen Artikeln und Beilagen. Downloads, Mailausgabe, Features, das ganze Archiv.

19,80 Euro/Monat Soli: 25,80 €, ermäßigt: 12,80 €

Verschenken

Geschenkabo

Anderen eine Freude machen: Verschenken Sie jetzt ein Abonnement der Printausgabe.

41,80 Euro/Monat Soli: 52,80 €, ermäßigt: 29,80 €