23.08.2017 / Feuilleton / Seite 10

»In diesem Kino spukt es«

Zwei Klassiker des Schwertkämpferfilms von King Hu sind wieder zu sehen, und eine Retrospektive in Berlin ­würdigt Tsai Ming-liang

Peer Schmitt

»Es war einmal im China zur Zeit der Ming-Dynastie, im achten (und letzten) Jahr der Regentschaft des Kaisers Jingtai, dem Jahre 1457 also. Zu jener Zeit hatten verschwörerische Palasteunuchen die Kontrolle über die Regierung übernommen und gründeten zum Zweck der Machterhaltung zwei Geheimgesellschaften. Die Eunuchen waren grausam und in den Künsten des Schwertkampfes höchst bewandert. Die Menschen versteinerten vor Furcht in ihrem Angesicht.«

Der Vorspann von »Goodbye, Dragon Inn« (2003) von Tsai Ming-liang, einem der Vorzeigeregisseure des taiwanesischen »New Wave«, bedient sich der Tonspur eines anderen, berühmteren Films. Natürlich genau jenes Klassikers, von dem sein Titel so gezielt Abschied nimmt: »Dragon Inn« (»Die Herberge zum Drachentor«, 1967), von King Hu, dem Gottvater der Wiedererneuerung des Wuxia-Genres, des Schwertkämpferfilms. Kein Zweifel, Aufzählungen, Listen, Reminiszenzen haben Abenteuer und Erzählungen ersetzt. Doch wenigstens hat ...

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