21.08.2017 / Inland / Seite 4

Schlappe in Spandau

Hunderte Neonazis wollten am Samstag in Berlin Rudolf Heß’ gedenken. Weit kamen sie nicht. Protokoll eines gescheiterten Aufmarschs

Lothar Bassermann

Mehr als 2.500 Menschen haben sich am Samstag in Berlin-Spandau an Protesten und Blockaden gegen einen Neonaziaufmarsch zu Ehren des Hitler-Stellvertreters Rudolf Heß beteiligt. Ihnen standen rund 900 Personen gegenüber. Die Neofaschisten hatten seit Monaten bundesweit für die Veranstaltung anlässlich des 30. Todestages des NS-Kriegsverbrechers geworben und wollten damit an entsprechende Aufmärsche in Wunsiedel anknüpfen.

Seit dem Ableben von Heß hält sich in der rechten Szene die Legende, er habe nicht Suizid begangen, sondern sei im Gefängnis ermordet worden. In der bayerischen Kleinstadt Wunsiedel hatten sich um die Jahrtausendwende bis zu 4.500 Geschichtsrevisionisten und Antisemiten an den jährlichen Märschen beteiligt, ehe im Jahr 2005 eine Gesetzesnovelle der Bundesregierung und Gerichtsentscheide dem Treiben ein Ende bereiteten.

Zu einem Verbot der Naziveranstaltung unter dem Motto »Mord verjährt nicht, gebt die Akten frei – Recht statt Rache!« ha...

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