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17.08.2017 / Inland / Seite 2

»Tendenzen des Feindstrafrechts sind erkennbar«

Eine bisher inhaftierte G-20-Gegnerin ist wieder auf freiem Fuß. Ihr Freund wird mit Verweis auf »Charakterschwächen« festgehalten. Gespräch mit Gerrit Onken

Kristian Stemmler

Sie gehören zu den Anwälten inhaftierter G-20-Gegner. Ihre Mandantin, die 22 Jahre alte Maria R., ist am Donnerstag auf freien Fuß gesetzt worden und konnte in ihre Heimat Italien zurückkehren. Wie geht es ihr?

Maria geht es gut. Ihre Freilassung kam aus dem Nichts. Es hat eine Weile gedauert, bis es wirklich »real« war für sie. Mit ihrer Inhaftierung war sie von einer Sekunde auf die andere kein freier Mensch mehr; ein Federstrich beendete dann die Haft. Es ist nicht leicht für einen Menschen, so etwas zu verarbeiten.

Ihre Mandantin war am 7. Juli im Industriegebiet Rondenbarg festgenommen worden. Ihr wurde Landfriedensbruch vorgeworfen, wobei ihr keine Taten zugeordnet werden konnten. Ihre Bekleidung und der Verbleib in einer Gruppe wurden als »psychische Beihilfe« für die Gruppe ausgelegt. Was ist das für ein merkwürdiges Konstrukt?

Im Strafrecht kann jeder verantwortlich gemacht werden, der »Hilfe leistet« bei der Begehung von Straftaten. Diese Unters...

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